Vorbereitungen Schnatgang 2018

"Mitmachen" wird auch im Jahr 2018 unser Motto bleiben. Voller Vorfreude blicken wir in das Jahr 2018, denn unser großer Schnatgang findet in dem Zeitraum 03.-08.09.2018 statt. Hier ist schonmal eine Übersicht auf die kommenden Höhepunkte.


03.09.2018

Bild aus 2011

Wir verteilen Dekorationsmaterial, mit dem Straßenzüge und Häuser im Laischaftsgebiet geschmückt werden können

04.09.2018

Bild aus 2011

Am Nachmittag wird auf dem Marktplatz der Schnatgang ausgerufen. Im Anschluss binden wir gemeinsam auf dem Marktplatz Girlanden für das Laischaftsgebiet.

05.09.2018

Bild aus 2011

Am Mittwoch schmücken wir tagsüber die Straßenzüge und Häuser im Laischaftsgebiet mit den selbstgebundenen Girlanden.



06.09.2018

07.09.2018

07.09.2018



Bild aus 2011

Fackelzug Treffpunkt am Rathaus.

Bild aus 2011

Wecken in der Altstadt.

 

Bild aus 2011

Mittags treffen sich alle Teilnehmer des Schnatganges auf dem Marktplatz.



08.09.2018

Bild aus 2011

Am Morgen findet ein ökumenischer Festgottesdienst in der St. Marien Kirche statt. Im Anschluß folgt die Laischaftsversammlung im Rathaus, wo der Rechenschaftsbericht vorgetragen wird. Am Abend beginnt der Festball im Zelt am Schütterhaus.


Pressebegleitung

 

 Vom 3. bis zum 8. September dieses Jahres findet unser nächster Großer Schnatgang statt. Aus diesem Anlass blicken wir in den kommenden Monaten in einigen Beiträgen auf die Heger Laischaft, ihre Tradition und ein wenig auch in die Zukunft. 

In langen Zeiträumen gedacht 

Die Heger Laischaft einst und heute 

Etwa 200 Jahre sind die Eichenstämme alt, die derzeit im Heger Holz in der Nähe des Schütterhauses auf den Abtransport warten. Auf der anderen Seite des Weges sind kürzlich kleine Eichensetzlinge gepflanzt worden. An Wuchshilfen gebunden sollen sie im Heger Holz groß werden, um dann – vielleicht in 200 Jahren – geschlagen und verkauft zu werden. 

Es sind lange Zeiträume, in denen die Forstwirtschaft denkt und plant. Und es sind auch lange Zeiträume, in denen die Heger Laischaft agiert, die vor mehr als 450 Jahren gegründet wurde: „Vor rund 300 Jahren hat sie begonnen, die Fläche, die sie bis dahin zum Weiden ihres Viehs genutzt hatte, nach und nach durch einen Wald zu ersetzen“, sagt Gerhard Gust, der Wort- und Buchhalter der Heger Laischaft. 

Wo heute Bäume und Sträucher wachsen, Wild äst, Jogger und Spaziergänger die Natur genießen, bewachten Schütter das Vieh der Interessenten aus dem Heger-Tor-Viertel: Bemessen an den Triften, das ist die Größe der Grundstücke, schickten diese bis zu drei Stück Vieh tagsüber auf die Weideflächen. Über ein Horn wurden die Bewohner über den Beginn des Viehtriebs informiert. „Wer seine Kuh zu spät schickte, hatte für den Tag das Nachsehen“, erläutert Gust. Nachts kehrten die Tiere zurück in ihre Ställe. 

Das frühere Leben im Heger-Tor-Viertel ist heute am Stadtmodell im Osnabrücker Rathaus abzulesen. „Viele Grundstücke waren in Richtung Straße bebaut, aber hinten frei. Dort befanden sich kleine Gärten und Ställe. Man nutzte den Platz für die Selbstversorgung“, erläutert Thomas Vogtherr, Professor für die Geschichte des Mittelalters an der Universität Osnabrück. Die so genannten Ackerbürger gingen tagsüber einer anderen Beschäftigung nach. Wie wertvoll und damit wie wichtig die Selbstversorgung für die Osnabrücker damals war, rechnet Vogtherr vor: Eine Kuh hatte den Wert von etwa 20 Talern. „Davon konnte man damals ein Jahr lang leben“, sagt der Historiker. 

Gemeinsame Interessen waren es, die Menschen eines Viertels im Mittelalter dazu bewegten, sich zusammen zu schließen. In Osnabrück gab es damals sechs Laischaften. Es war günstiger, wenn die Bewachung des Viehs und das Bewirtschaften des Landes gemeinsam organisiert wurde. Aus diesen gemeinsamen Interessen erwuchs dann auch ein Engagement für die Stadt. Die Interessenten der Heger Laischaft finanzierten eine Feuerspritze oder organisierten den – unbeliebten – Wachdienst auf den Wallanlagen zum Schutz der Stadt und ihrer Bewohner. „Wem es gut geht, der kann auch für andere etwas tun, sich beispielsweise für Kranke und Arme engagieren“, beschreibt Thomas Vogtherr den Gedanken der Daseinsvorsorge, der dahinter steckt. 

Grundlage für die Organisation der Laischaft seien Absprachen gewesen, die in Verträgen festgehalten wurden, ergänzt Gerhard Gust die Rechtsform der Heger Laischaft. Die Genossenschaft ist als Realgemeinde organisiert. Eine Form, die heute auf der weltweiten Liste des immateriellen Kulturgutes der UNESCO steht. Viele Unterlagen – die noch in Sütterlin verfasst wurden – hat die Heger Laischaft in den vergangenen Monaten in die lateinische Schrift „übersetzt“ und im Archiv 

sortiert, um bei Bedarf Zugriff darauf zu haben, erzählt der Wort- und Buchhalter. „Schriftlichkeit diente dazu, Recht zu sichern und um Streit zu vermeiden“, ergänzt Thomas Vogtherr und betont: „Der Genossenschaftsgedanke wird gerade wieder sehr modern“, sagt der Historiker und verweist auf Menschen, die sich für die Produktion von umweltfreundlicher Energie zusammen schließen. Auch damit ist die Heger Laischaft also eine Organisation, die aus der Vergangenheit schöpft, um für die Zukunft zu sorgen. 

 

Bildunterschrift: Etwa 200 Jahre sind die Eichenstämme alt, die derzeit im Heger Holz auf den Abtransport warten, wie Gerhard Gust (links) Thomas Vogtherr erläutert. Foto: Marie-Luise Braun 


Die Vorbereitungen für den großen Schnatgang sind im vollen Gange. Hier zwei Feuertonnen für einen stimmungsvollen Empfang. 

Vorbereitung der Laischaftswichter für den großen Schnatgang. Die alten Schärpen haben ausgedient. Vielen Dank den fleißigen Helfern. 

Ein dreifaches Olle Use auf das Heger Laischaft Lied

Als identitätsstiftenden Beitrag zu unserem großen Schnatgangsfest im September diesen Jahres hat

Dr. Peter Mohrbutter Text und Melodie für ein Lied der Heger Laischaft in Marschform zum Mitsingen durch alle Interessentinnen und Interessenten mit Refrain "Olle use..." entworfen.


Großer Schnatgang 2018

Unter dem Motto „putzigen Kiärls un lustigen Sprüerke“ hat die Heger Laischaft  mit Unterstützung der Herrenteichslaischaft unter den Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadt Osnabrück einen Preis für die lustigsten Puppen und kreativsten Sprüche ausgelobt.

Damit wird die traditionelle Verbundenheit der Laischaften zum Löschwesen der Stadt unterstrichen. 

 

Teilnahmebedingungen